Wassersportgemeinschaft Heiligensee e.V.

Gemeinschaft


Verein und Gesellschaft

Sportvereine verbinden, unabhängig von politischen Überzeugungen, Alter, Geschlecht, Konfession und Beruf. Dies beweist die WSG seit über 50 Jahren. Hier treffen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersgruppen; jeder einzelne eine Persönlichkeit mit anderen Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Neigungen. Abseits vom Streben nach Karriere und Ertrag bietet das Vereinsleben der WSG eine Gelegenheit zum Gedankenaustausch, einen Freiraum zur individuellen Erholung.

In einer solchen Gemeinschaft wird die Fähigkeit zu Toleranz und zum Schließen von Kompromissen geschult. Nicht selten gibt es auch in der WSG Konflikte, die im kleinen Kreis oder in der Mitgliederversammlung ausgetragen werden. Sich in eine Gemeinschaft einzufügen, die auf dem engen Raum eines Vereinsgeländes zusammenlebt, ist eine ständige Herausforderung. Jeder Einzelne lernt hier, dass sein persönlicher Freiraum dort enden muss, wo er andere beeinträchtigt.

Die positiven Erfahrungen gemeinschaftlichen Handelns überwiegen in der WSG bei weitem. Der Bootshausbau war sicher eine große Belastung für alle Beteiligten, das Ergebnis lohnt die Mühen allemal. Auch noch heute zeigen uns große Arbeitseinsätze, wie z.B. die Neueindeckung des Bootshauses oder der Neubau des Kinderspielplatzes, wie Hand in Hand schnell eine Leistung vollbracht ist, für die ein Einzelner Wochen benötigen würde.

Schwierig wird es in der WSG beim Thema Gemeinschaftsfahrt. Hier tritt der sportliche Ehrgeiz oder die Sorge, mit dem Tempo der anderen nicht mithalten zu können, in Konkurrenz zu dem Ziel, gemeinsam eine Kanuwanderfahrt zu genießen. In der Praxis gibt es dazu mehrere Varianten. Einmal ist der erste bereits den ersten Kilometer gepaddelt, bevor der letzte sein Boot vom Steg abstößt. Ein anderes Mal paddeln wir lange gemeinsam, bis ein Boot meint, etwas sportlicher fahren zu müssen. Schnell folgt das nächste und im Nu ist eine private Regatta im Gange. Hinterher sind wir froh, uns wieder einmal sportlich gefordert zu haben, aber die Gemeinschaftsfahrt blieb auf der Strecke. Wenn uns keine anderen Probleme belasten, können wir uns in der WSG noch lange über dieses Thema streiten.

Die WSG stellt sich auch der Aufgabe, die Gemeinschaft der Kanuten, organisiert im Kanuverband, zu unterstützen. Unser ehemaliger Wanderwart Heinz Schleusener war von 1991 bis 1996 auch Fachwart für Wander- und Breitensport im Landeskanuverband Berlin. Ferner organisierte er mehr als 10 Jahre die Führungsfahrt in Berlin, eine im In- und Ausland beliebte Veranstaltung in Kombination mit dem Berlin-Marathon der Kanuwandersportler. Regelmäßig treten wir auch heute als Ausrichter von Veranstaltungen auf, die im Kanusportprogramm des Deutschen Kanu Verbandes ausgeschrieben sind, zum Beispiel An-/Abpaddeln oder die Muttertagsfahrt.

Eine besondere Rolle erfüllte die WSG nach der Maueröffnung im November 1989. Als einer der ersten Vereine fanden wir einen Partnerverein im damaligen Ost-Berlin, mit dem wir bereits im Frühjahr 1990 gemeinsame Fahrten unternahmen. Im ersten Halbjahr war dies noch besonders schwierig. Im Osten bezahlten unsere Partner auch für uns in DDR-Mark, während wir im Westteil für die gesamte Gruppe in DM aufkamen. Heute treffen wir uns mit Sportvereinen aus allen Teilen Berlins und anderen Bundesländern. Eine bundesweite Gemeinschaft der Kanusportler ist für uns Normalität.

 

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